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Autoput 2009 – Auf dem Landweg nach Griechenland

Von unseren griechischen Bekannten wurden wir durchweg für verrückt oder alternativ zumindest dumm gehalten, als wir von unserem Plan berichteten, per Landweg zuerst nach Nordgriechenland und im Anschluss daran nach Kreta zu reisen; die weite Strecke, die unberechenbaren Einwohner (“alles Diebe und Halunken”, jeder kennt einen, der dort überfallen/ausgeraubt wurde usw.), es gibt für einen Griechen offensichtlich jede Menge Gründe, den Landweg nicht zu befahren…

Das hat uns aber nicht davon abgehalten, im Juni/Juli 2009 trotzdem von Deutschland aus über Österreich, Slowenien, Kroatien und Mazedonien nach Griechenland zu reisen.

Und es gab überhaupt keine Probleme, im Gegenteil, die Fahrt war angenehm und hat Spaß gemacht.

In Slowenien wird eifrig an der Autobahn gebaut; während wir auf dem Hinweg noch ein größeres Stück Landstraße bis zur kroatischen Grenze fahren mussten, war die Strecke auf dem Rückweg im Juli schon fertiggestellt und der Landstrassenanteil deutlich zurück gegangen.

In Kroatien sind durchgehend prima Autobahnen bis nach Serbien und auch dort, in Serbien, gibt es nur in Richtung Mazedonien ein Teilstück, wo noch Landstraße zu fahren ist. Etwas bremsend ist auch die Stadtautobahn durch Belgrad, wo zu Stoßzeiten ein recht dichter Verkehr herrscht. In Mazedonien fehlt auch noch ein Stück Autobahn. Allerdings beträgt der gesamte Anteil an Nicht-Autobahn-Strecke nur gut 200 km für die gesamte Fahrt von Deutschland nach Griechenland.

Die Grenzabfertigung war an allen Grenzen problemlos, ohne irgendetwas auspacken zu müssen. Die längste Wartezeit betrug rund 20 Minuten an der Grenze von Kroatien nach Serbien. Da die Serben es sich nicht nehmen lassen, die Pässe zu stempeln, ist natürlich klar, dass es etwas dauert. Zu Stoßzeiten (Ferienwochenenden) dürften daher die Wartezeiten an der Grenze zu Serbien deutlich länger sein, dann vielleicht besser unter der Woche fahren…

Auch von den oft erwähnten Geschwindigkeitskontrollen in Serbien (“hinter jedem Strauch”) haben wir genau gar nichts gesehen, dagegen wurde in Mazedonien 3x gemessen.

Gleich zu Beginn in Serbien vor der ersten Mautstelle wurde ich allerdings von der Polizei ohne Messung angehalten, weil ich zugegebenermaßen etwas schnell auf die Mautstelle zu fuhr. Es gab dann eine mündliche Ermahnung, sich in Serbien an die Verkehrsregeln zu halten. Gut, haben wir dann gemacht, aber es gab dann auch keine Kontrollen mehr. ;-)

Die Fahrt führt teilweise durch landschaftlich sehr schöne Gegenden, hier seien insbesondere Slowenien, Nordkroatien, Südserbien und Mazedonien genannt, da macht wirklich jeder Blick so richtig Spaß. Man kommt schnell auf den Gedanken, sich in künftigen Urlauben vielleicht die Fahrt bis nach Griechenland zu ersparen und sich mal die ehemaligen Republiken Ex-Jugoslawiens näher anzusehen. Es gibt dort offensichtlich wirklich hinreichend Beschäftigungsmöglichkeiten.

Ein längeres Stück der Strecke zwischen Mittelkroatien und Nordserbien ist allerdings auch einfach langweilig, es geht über hunderte von Kilometern durch landwirtschaftlich genutztes Flachland.

Unsere Etappen:

Hinweg:

1. Tag Dortmund – Straß/Steiermark, rund 1000 km, Reisezeit rund 11h.

2. Tag Straß/Steiermark – Naoussa/Nordgriechenland, ca. 1300 km,  Reisezeit rund 14h.

Übernachtungstipp für die Strecke: Gasthof Sauer, Straß/Steiermark: nette Leute, gute Zimmer, gutes Essen

Rückweg:

1. Tag Kalamaki – HER (Fähre)

2. Tag Piräus – Predejane/Serbien, rund 850 km, Reisezeit rund 10h

3. Tag Predejane/Serbien – Straß/Steiermark, rund 850 km, Reisezeit rund 10h

4. Tag Straß/Steiermark, rund 1000 km, Reisezeit rund 10h

Übernachtungstipp für die Strecke: Motel Predejane/Serbien: gutes Essen, Zimmer mit dem Charme des Sozialismus der 60er Jahre, sehr rustikaler Nassraum, allerdings neue Klimaanlage und Sat-Fernsehen. ;-) Spannend auch, dass man dort tatsächlich noch eine Meldebescheinigung bekommt, die man dann bei der Ausreise an der Grenze abgeben muss. Auch für’s Frühstück gibt’s liebevoll auf der Schreibmaschine ausgefüllte und gestempelte Gutscheine, wer also mal alten Ostblock-Charme genießen will, ist hier genau richtig. Das Omelett zum Frühstück war sehr lecker!

Maut (nur grob geschätzt, da keine Belege aufbewahrt):

Für Österreich und Slowenien Vignette, in Österreich zusätzlich Tunnelmaut, kann mit Kreditkarte bezahlt werden.

Kroatien/Serbien: Maut insgesamt rund 40 EUR pro Strecke, Kreditkarte wird überall akzeptiert.

Mazedonien: Maut ca. 6 EUR pro Strecke, wobei hier gerne mal 1 EUR zu viel kassiert wird für die eigene Tasche. Wir haben uns nicht groß drüber aufgeregt…

Benötigte Dokumente:

- Reisepass (für die Stempel der Serben ;-) ) oder Kinderausweis mit Lichtbild

- Grüne Versicherungskarte für das Auto; neuerdings mit Eintrag SRB für Serbien; vorzeigen mussten wir diese Karte allerdings nur an der Grenze zu Mazedonien (auf beiden Fahrten)

Fazit:

Für mich persönlich war das Schlimmste an der Reise die Fahrt mit der Fähre von Kreta nach Piräus. Laut, ungemütlich, nervig, teuer.

Aus diesem Grund werden wir wohl in nächster Zeit bei längeren Griechenlandreisen auch eher wieder über den Ex-Autoput nach Griechenland fahren als mit der Fähre von Italien aus nach Patras überzusetzen.

Nur für kürzere Reisen kommt noch ein Flug in Frage, ansonsten lieber wieder Autoput. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Fragen zu unserer Reise beantworte ich natürlich gerne, dazu einfach einen Kommentar hinterlassen…

11 Kommentare

  1. Zitat: “Für mich persönlich war das Schlimmste an der Reise die Fahrt mit der Fähre von Kreta nach Piräus. Laut, ungemütlich, nervig, teuer.
    Aus diesem Grund werden wir wohl in nächster Zeit bei längeren Griechenlandreisen auch eher wieder über den Ex-Autoput nach Griechenland fahren als mit der Fähre von Italien aus nach Patras überzusetzen.”

    Stehe ich auf dem Schlauch?

    Dietmar

    Verfasst am 26.07.2009 um 15:23:07 | Permalink
  2. Mario Teetzen

    Moin Dietmar,

    ob Du auf irgendeinem Schlauch stehst, weiß ich nicht. ;-)

    Was ich sagen wollte: Die Fähre nach Kreta muss man zwangsläufig nehmen, wenn man mit dem Auto dahin möchte. Wenn man aber mit dem Auto auf’s griechische Festland möchte, gäbe es als Alternative ja noch die Fähren ab Ancona oder Venedig. Und genau diese würde ich nach der Fährfahrt Kreta-Piräus nicht nutzen wollen (bei Minoan sind die Kähne ja für beide Routen ja mehr oder weniger baugleich), da mir schon die paar Stunden gereicht haben und ich auf solchen Kähnen keinesfalls 1-2 Tage verbringen möchte.

    Alle Unklarheiten beseitigt?

    Grüße

    Mario

    Verfasst am 26.07.2009 um 15:27:26 | Permalink
  3. … wenn ich von Kreta (mit der Fähre) käme, würde ich nicht die Fähre von Ancona oder Venedig nehmen wollen, sondern die von Patras, wenn überhaupt.

    Fiel mir nur uff, weil ich mich mit dem Thema beschäftigt hatte (und auch schon eine Reaktion darauf von *Mino* in meiner Kommentarecke bekommen habe …

    http://kreta.liste.com/index.php?go=Aktuell&to=auto

    Dietmar

    Verfasst am 26.07.2009 um 16:24:13 | Permalink
  4. Winter Helmut

    Hllo, ich fahre am Sonntag die selbe Streck von Kärnten aus nach Epidaurus. Hast du noch ein paar Tips für mich , mfg

    Verfasst am 04.08.2009 um 10:23:32 | Permalink
  5. Interessanter Bericht!
    Was mich interessieren würde: wie schaut es wirklich mit der Sicherheit durch Serbien und Mazedonien aus? Fühlt man sich da als westlicher Autotourist sicher oder kommt doch teilweise ein ungutes Gefühl auf, vlt. an Tankstellen oder Rastplätzen?
    Ich bin ja selbst mit meinen Eltern in den 80-ern auf dem Landweg nach Griechenland gefahren – war toll und würde das daher jetzt gerne wiedermal machen.

    Verfasst am 24.08.2009 um 14:52:05 | Permalink
  6. Mario Teetzen

    Also, wir hatten keinerlei Unsicherheitsgefühl. Im Gegenteil, bis auf die etwas muffeligen serbischen Grenzer waren alle Kontakte zu Einheimischen eher positiv, wenn man mal über so Kleinigkeiten wie 1 EUR zuviel zu zahlen bei der Maut in Mazedonien absieht. Sei es bei den Tankstopps und sonstigen Zwischenhalten oder bei der Übernachtung in Serbien, alles völlig problemlos und keinerlei als unangenehm oder gar bedrohlich empfundene Situationen.

    Wir würden jederzeit wieder so fahren und das ohne mehr Sorgen als z.B. bei Touren durch Frankreich oder Spanien.

    Das heißt natürlich nicht, dass man jede Vorsicht auf Reisen über Bord werfen sollte; so würde ich z.B. das vollgepackte Auto auch in Deutschland oder Österreich nicht unbeaufsichtigt stehen lassen, ebenso wenig natürlich in Kroatien, Serbien, Mazedonien oder Griechenland…

    Fazit: Wenn man die Grundregeln des Reisens beachtet, wird man vermutlich völlig problemlos durch teils wunderschöne Gegenden fahren und das auch noch richtig genießen können. ;-)

    Verfasst am 24.08.2009 um 15:05:40 | Permalink
  7. Dirk

    hollo,
    ich will diese route nächstes jahr im juni mit meinem wohnwagen auch fahren. meine frage ist wie es mit tankstellen ausschaut, kann man da auch mit UTA karte zahlen?

    gruss dirk

    Verfasst am 02.09.2009 um 13:10:48 | Permalink
  8. Mario Teetzen

    Oh, da habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung.

    Diesbezüglich vielleicht mal in den entsprechenden Foren nachfragen, in denen sich die Balkan-Fahrer tummeln.

    Grüße

    Mario

    Verfasst am 02.09.2009 um 13:16:24 | Permalink
  9. Sylvia

    Hallo,

    wir sind die Strecke Dtl.- CZ- SK- Ung.- Serbien- Mazedonien- GRiechenland- TR gerade gefahren. Zur Frage von Dirk wg. der Nutzung von Karten an Tankstellen. Im Prinzip kann man an den größeren Tankstellen, und nur die würden wir zumindest ab Serbien empfehlen, überall mit Karte bezahlen, trotzdem ist uns in Mazedonien passiert, dass von 3 Karten(visa, master, ec) keine funktionierte. Insofern sollte man genügend Bargeld zum Tanken einstecken. An den Mautstellen haben wir überall mit Karte bezahlt. Da kann auch keiner betrügen! Und hat man durch den günstigen Umtauschkurs noch gut gemacht gg. über Bezahlung in Landeswährung oder in €. Wegen der Sicherheit, da haben wir in Serbien nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Besser ist, sich gar nicht auf irgendwelches Anquatschen einzulassen. Etliche kamen mit ganzen Geldbündeln an Tankstellen auf uns zu und wollten € tauschen. Da sollte man sich auf keinen Fall darauf einlassen. An einer Tankstelle ca. 100 km vor Belgrad wurden wir auch angequatscht und zwar von einem Fahrer, der ca. 100 km hinter uns hergefahren war und plötzlich an der Tank- und Raststelle neben uns stand!!! Mein Mann ist da als Türke schon ein bisschen härter im Nehmen, aber das war auch ihm sehr suspekt. An der Tankstelle tummelte sich so einiges “Gesindel”, u.a. agierende Hütchenspieler, deren Kumpels wir im Hintergrund ausmachen konnten. Und von Polizei war weit und breit keine Spur!
    Grüße
    Sylvia

    Verfasst am 26.09.2009 um 17:38:57 | Permalink
  10. Ich empfehle, bei Reisen aus Mittelduetschland etc. folgende schnellere Route zu nehmen: …Passau-Linz-Wien-Nickelsdorf-Budapest-Szeged-Beograd-Nis..usf.
    Hat den entscheidenden Vorteil, dass man sich das Nadelöhr Slowenien, die Grenformalitäten Croa-Serbien eerspart, weil die Ausreise aus Schengen (Ungarn/Serbien) schnell erledigt ist. Zudem sind die ung. Autobahnen gut udn neu. Vo Passau muss man bei normaler Fahrweise in 9 bis 10 Stunden in Beograd sein, in ca 14 Stunden an der gr. Grenze

    Verfasst am 16.10.2009 um 20:29:33 | Permalink
  11. Alexander Andreadis

    Erst einmal ein großes Dankeschön für Deinen Reisebericht. ich fand ihn sehr aufschlußreich und informativ. Ich will nächstes Jahr mit meiner Familie nach Griechenland. Ich habe den Trip über den Autoput schön öfter gemacht. Aber seit dem Krieg war nicht mehr mit dem PKW in Griechenland.
    Aber jetzt wird es mal wieder Zeit.
    Die meisten Griechen, die ich kenne, fahren alle mit der Fähre von Italien aus. Aber mir ist das einfach zu teuer. Da komme ich doch über dem Landweg auf jeden Fall billiger weg, oder. Wenn Du noch den ein oder anderen Tip hast, wäre ich sehr verbunden. Oder wenn Du etwas über die Mitnahme von Haustieren weisst, wäre ich für jede Anmerkung dankbar.

    Gruß Alex
    Rüsselsheim

    Verfasst am 17.11.2009 um 09:48:58 | Permalink

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