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Reiseführer-Empfehlung: ‘Kreta’ von Eberhard Fohrer, Michael-Müller-Verlag

kreta_fohrer Frisch verfügbar ist die mittlerweile 18. Auflage (2009) des Kreta-Reiseführers von Eberhard Fohrer, erschienen im Michael-Müller-Verlag, unter Kreta-Liebhabern auch schlicht “der Fohrer” genannt. Die aktuelle Ausgabe umfasst 814 prall gefüllte Seiten mit 182 Schwarz-Weiß- und 64- Farbfotos, sowie 85 Karten und Pläne, außerdem liegt eine Kreta-Karte im Maßstab 1:200.000 bei.

Der Reiseführer richtet sich klar an den ambitionierteren Kreta-Reisenden, der sich nicht damit zufrieden gibt, seinen Pauschalurlaub in Reichweite des Hotel-Pools oder gar der All-Inclusive-“Tränke” zu verbringen. Zielgruppe ist eher der neugierige Tourist, der sich auf Land und Leute einlassen will und Kreta auf eigenen Pfaden entdecken mag.

Für diese Clientel finden sich umfangreiche Informationen zu Orten, individuellen, preiswerten wie teuren Unterkünften, Tavernen sowie großen und kleinen Sehenswürdigkeiten. Es ist erstaunlich, was für eine Fülle an Informationen auch zu kleinen Ortschaften in diesem Werk zusammengetragen wurde und noch bemerkenswerter, dass diese Tipps und Hinweise zumindest in den mir bekannten Gegenden im Süden Kretas doch mit hoher Treffsicherheit richtig liegen und oft exakt meine eigenen Eindrücke bestätigen.

Auch Themen wie Anreise und die weiteren praktischen Reiseinformationen sind auf der Höhe der Zeit, so wird z.B. nicht mehr von der Anreise via Autoput/Ex-Jugoslawien abgeraten, was selbst Automobil-Clubs heute noch tun, obwohl schon seit Jahren kein Risiko mehr besteht und die Straßenverhältnisse dort so gut wie nie zuvor sind.

Fohrer scheut sich auch nicht, im Reiseführer Raum für kritische Betrachtungen griechischer und speziell kretischer Probleme zu lassen, u.a. Umweltschutz und Tierleid. Ebenso findet er für die Vergangenheit Kretas und insbesondere die spezielle Geschichte der deutschen Besatzung auf Kreta im zweiten Weltkrieg die passenden Worte.

Abgerundet wird das Werk durch die Vielzahl der enthaltenen Wanderungen, die nach bisheriger eigener Erfahrung immer gut beschrieben sind und sich mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden über die gesamte Insel verteilen. Wer nicht gerade einen mehrmonatigen Wanderurlaub auf Kreta verbringen möchte, kann sich spezielle Wanderführer eigentlich sparen. Einziger Wermutstropfen in diesem Kontext sind die über die Webseiten des Michael-Müller-Verlags gratis erhältlichen GPS-Tracks zu einigen Wanderungen; diese sind offensichtlich ohne jede Nachbearbeitung übernommen worden, so dass die Qualität von gut bis wirklich grottenschlecht reicht, so ist z.B. eine einzige Wanderung in 7 Einzeltracks zerlegt, von dem einer gerade mal 20m lang ist und ein anderer dafür offensichtliche Abweichungen und Sprünge von mehreren 100 Metern hat.

Das sollte man aber nicht überbewerten, da die Tracks ausdrücklich zusätzlich und gratis angeboten werden, außerdem lassen sich alle Wanderungen auch gut ohne GPS durchführen, wozu man sich dann allerdings bei regelmäßigem Gebrauch vielleicht Kartenblätter von Anavasi besorgen sollte, denn die dem Reiseführer beiliegende Karte ist zwar für hauptsächlich autofahrende Leser wirklich prima geeignet und ausreichend, zum Wandern in unbekanntem Gebiet aber nur begrenzt tauglich, dazu ist der Maßstab von 1:200.000 einfach nicht optimal.

Fazit:

Der Reiseführer 'Kreta' von Eberhard Fohrer ist DIE Kreta-Bibel schlechthin, mit 24,90 EUR wohl nicht das günstigste Werk, aber sicher jenes mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wer ihn noch nicht besitzt, sich für Land und Leute interessiert und was von der Insel sehen möchte, benötigt ihn eigentlich zwingend. Und zwar eigentlich nur ihn, denn umfassender und präziser ist aktuell kein anderer Reiseführer.

Wer schon eine ältere Vorgänger-Auflage hat, wird trotzdem von der neuen Ausgabe profitieren, da das Werk inhaltlich wirklich gut gepflegt wird und in fast allen Bereichen aktualisiert und überarbeitet wurde.

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  1. [...] Rezension “Kreta”-Reiseführer von Eberhard Fohrer [...]

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