

Glücksorte auf Kreta, Karin Wemhöner
Neulich als Vorschlag bei Amazon angezeigt bekommen und direkt mal bestellt: Glücksorte auf Kreta von Karin Wemhöner, die vorher auch schon andere Glücksorte in anderen Gegenden der Welt gesammelt und als Buch veröffentlicht hat.
Das Buch ist sehr schön aufgemacht, es umfasst achtzig Glücksorte auf unserer Lieblingsinsel, denen jeweils eine Doppelseite, bestehend aus einer Seite Text und einem ganzseitigen thematisch passenden Foto, gewidmet wird. Zum Abschluss gibt’s noch eine Karte, die diese Orte geographisch einordnet.
Thematisch und auch in ihrer Granularität sind die einzelnen Empfehlungen breit gestreut, es geht über Tavernen-Tipps, einem Kochkurs, Partymeilen und tollen Geschäften zu Ausflugs- und Wanderempfehlungen bis hin zu sehens- und lebenswerten Orten.
Speziell Einsteiger finden viele Anregungen für die Gestaltung eines schönen Kreta-Urlaubs und auch Wiederholer haben sicher noch nicht alle genannten Glücksorte besucht. Der Schreibstil ist sehr gut, aber das kann man wohl bei einer promovierten Literaturwissenschaftlerin auch erwarten. ;-)
Ist das Buch nun eine Empfehlung wert?
Ich persönlich finde: Leider nein.
Und das liegt an den vielen wirklich schlimmen inhaltlichen Fehlern, die darauf hindeuten, dass die Recherche eher mau war, um es vorsichtig zu formulieren…
Als Beispiel kann der Artikel über die Messara-Ebene (Seite 146 im Buch) dienen, ich zitiere da mal nur einige der größeren Ungereimtheiten:
„Eine Landstraße führt einmal um die Ebene herum, von ihr hat man einen wunderbaren Blick auf die Ebene mit ihrem grünen Teppich aus Feldern“.
„Ihre unerschöpfliche Fruchtbarkeit verdankt die Messara dem Fluss Geropotamos, der das Plateau von West nach Ost durchquert […]“
Ok, dann entspringt er wohl in der libyschen See… ;-)
Aber richtig absurd wird’s hier:
„Und wer durch die kleinen Dörfer wie Mires und Lentas streift, der entdeckt traditionelle Bauernhäuser mit üppigen Hausgärten, in denen Tomaten, Auberginen und Kräuter wachsen wie wild.“
Kenner der Gegend wissen, wie komplett realitätsfern diese Beschreibung für die genannten Orte ist, ganz abgesehen davon, dass Lentas nun wirklich nicht in der Messara liegt…
Solche inhaltlichen Patzer sorgen bei mir dafür, dass ich mich weiter gar nicht mit dem Werk auseinander setzen mag und es direkt ausmustere.
Wer da anders tickt, oder generell nur erst mal generell Anregungen sucht, für den könnte das Buch aber trotzdem durchaus was sein, denn, siehe oben, von der Art der Umsetzung und vom Stil gefällt es auch mir durchaus gut.
Letzte Aktualisierung am 20.09.2026 um 10:49 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API